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Die Geschichte meines Katers Balu

Die Geschichte meines Katers Balu

Beitragvon Ninette am Sa 17. Sep 2016, 09:23

Ich möchte hier einmal über meinen Kater Balu erzählen.
Balu habe ich kennengelernt, als mein Mann und ich auf der Suche nach einem Haus am Stadtrand waren. Wir wohnten bisher mit unserer Katze Tapsy in der Stadtwohnung, bei der uns die Umgebung zu laut geworden war. Das nur zur Einleitung.
Wir wurden bald fündig und der Makler sagte uns, daß zu dem Haus als "Dreingabe" praktisch zwei etwa 7 Jahre alte Kater gehörte. Die Hausbesitzer wollten den Kater beim Auszug in seiner gewohnten Umgebung lassen. Natürlich waren wir sofort einverstanden- als Katzenfreunde gab es da keine Frage. War nur die Frage, ob der Kater uns akzeptieren würde. Wir machten uns natürlich Sorgen um unsere ängstliche und kontaktscheue Katze Tapsy, wir wollten abwarten.
Wir trafen uns mit der Vorbesitzerin, die uns das aufregende Vorleben von Balu und Bazoo erzählte.
Sie hat die beiden Katzen als Babys gefunden- ausgesetzt in einer Plastiktüte, in einem Müllcontainer- wo sie auf ihr lautes Schreien aufmerksam wurde. Die Kater würden uns keine Mühe machen und auch unsere Katze nicht stören, denn sie seien es gewöhnt, draußen zu bleiben. Die Gartenhütte ist für die beiden immer offen und auch eine mit Deckcken ausgepolsterte Schlafgelegenheit und Futterstelle.
Wir fragten, warum die Kater denn nicht ins Haus dürften. Wir erfuhren, daß ihr neuer Freund allergisch gegen Katzen war und es so immer wieder zu Streitereien kam und die Katzen freiwillig davor weggelaufen waren.
Wir konnten noch nicht gleich in das Haus ziehen, aber die Vorbesitzerin mußte beruflich schon weg. So hat es sich ergeben, daß mein Mann jeden Tag abends herfuhr, und die beiden Kater über Nacht bis zum nächsten Tag mit Futter versorgte. Natürlich ließen sie sich anfangs nicht sehen, hin und wieder sah man einen um die Ecke lugen. Nach und nach gewöhnten sich die beiden an meinen Mann und kamen auch schon mal her, ließen sich aber nie anfassen und hielten immer Abstand,
Endlich kam der Umzugstag und als erstes wurde unsere Katze in ihrem Transportkorb ins Haus gebracht. Wir hatten abgesprochen, daß wir ihr während die Möbelpacker da waren, ihr ein Plätzchen im geheizten Keller geben würden, wo sie die Geräusche nicht so hören konnte. Als mein Mann mit dem Katzenkorb ins Haus kam, war plötzlich einer der Kater da und begann, aufgeregt und neugierig am Katzenkorb zu schnuppern. Tapsy rührte sich nicht, aber sie hatte auch keine Angst. Fühlte sich wohl geschützt da drin.
Nach dem Umzug beschlossen wir, einfach die Haustür immer offen zu lassen (es war ja Sommer), und abzuwarten, wie die Kater reagieren würden. Es dauerte gar nicht lange, da erschien einer von ihnen ängstluich schnuppernd in der angelehnten Haustür. Wir rührten uns nicht, stellten ihm aber in Sichtweite der Haustür einen gefüllten Futternapf. Tapsy "lotsten" wir ins obere Stockwerk, wo sie sich auf dem Sofa ausbreitete, machten die Tür zu- so daß sie die Kater gar nicht sehen konnte.
Wir wollten mit ungeteilter Aufmerksamkeit uns um die Eingewöhnung der Kater kümmern können. Wir wollten abwarten, ob die Zwei uns annehmen, ob sie draußen oder drinnen sich aufhalten wollten. Anfangs war der Kater- wir hatten schon gemerkt, daß es sich dabei um Balu handelte.- (Bazoo hatte mehr grau am Rücken, sonst sahen sie gleich aus)- sehr scheu und es war ratsam, ihm nicht zu nahe zu kommen. Aus der Entfernung beobachtete ich ihn jedoch.
Nachdem wir das ein paar Tage so gemacht hatten mit der offenen Türe, wagte ich schon mal mich zu ihm hin. Die beiden Kater waren natürlich wegen der schlechten Erfahrungen mit Menschen überaus scheu und ängstlich und erschrecken auch heute noch bei dem kleinsten Geräusch und der kleinsten Bewegung. Dann legte ich nicht weit von seinem Futternapf- den er inzwischen annahm- eine flauschige Plüschdecke, klopfte mit der Hand darauf und rief ihn leise. Ich machte ihm klar, daß das seine wäre, wenn er sie annehmen würde. Balu ging sofort darauf zu (es war ein Regentag, der das Eis gebrochen hatte) trat mit den Pfoten ein paarmal "die Steppe" und seufzte und legte sich nieder.
Immer bereit, jederzeit aufzuspringen und wegzulaufen. Doch ich beachtete ihn nicht weiter und so fühlte er sich bald sicher.
Es war so schön, mitzuerleben, wie Balu sich immer mehr traute, sich immer mehr an mich und meinen Mann annäherte und seine Scheu und Menschenfurcht ablegte. Von Bazoo wissen wir, daß er sich nach dem Umzug seines Frauchens in der Umgebung ganz in der Nähe eine Familie gesucht hat und da glücklich lebt. Ab und zu treffen wir ihn unterwegs und können ihn äußerlich kaum von Balu unterscheiden. Einzig die Tatsache, daß Balu immer gleich auf meinen Mann und mich zuläuft, und Bazoo weg rennt und uns nur von Ferne beobachtet, können wir erkennen, welchen der beiden wir vor uns haben.
Mich hat er wohl als seine Ersatz-Mama angesehen, denn er läuft mir viel hinterher, und sobald ich mihc irgendwo hinsetze, will er bei mir liegen.Auf dem Schoß oder wenn das nicht geht, zu meinen Füßen angekuschelt. Seine Felldecke, die ich ihm bei seinem "Einzug" geschenkt habe, ist seine große Liebe. Muß sie mal in die Wäsche ist er totunglücklich.
Mein Mann und ich sind sehr froh. Es war schö, die Entwicklung von einem ängslichen, menschenscheuen und mißtrauischem Kater zu einem zufriedenen glücklichen Tier mitzuerleben,
Wenn sie dich dessen erachtet,
wird eine Katze dein Freund sein,
niemals dein Sklave." Theophile Gautier
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